Der begonnene Veränderungsprozess „Kirche2030“ soll neben notwendigen Einsparungen auch ein Potenzial entfalten, so dass neue Ideen für kirchliche Arbeit entstehen können. Im künftigen Haushalt soll Geld bereitgestellt werden, um Experimentierräume zu ermöglichen. Ein Beispiel dafür ist unter anderem der neue "Coworking Space", der in einem umgebauten Raum im Evangelischen Gemeindezentrum der Alt- und Mittelstadtgemeinde entstanden ist:
MIT GEMEINSAMEN WERTEN UNTERWEGS
Arbeiten außerhalb des Büros nimmt zu und Homeoffice ist nicht für jeden die Lösung. Eine Alternative dazu sind „Coworking Spaces“, flexible Arbeitsplätze auf Zeit. In Karlsruhe, mitten im Herzen der Stadt, in unmittelbarer Nähe zum Marktplatz ist ein „Coworking Space“ in Trägerschaft der Evangelischen Kirche in Karlsruhe entstanden.
Und das Ergebnis kann sich sehen lassen: Wer möchte, kann es sich mit dem Laptop und einem Kaffee auf dem Sofa, auf einem Sessel oder an einem der Fensterarbeitsplätze bequem machen. Atmosphärische Lichtinstallationen sorgen für Wohlfühlatmosphäre. Die Ausstattung ist hochwertig. Anklänge an ein Café sind bewusst gesetzt.
Verantwortlich für das Projekt in der Kreuzstraße 13 ist Diakon Daniel Paulus. „Es wird allerhöchste Zeit für die Kirche, Neues zu beginnen“, findet der 40-Jährige, der zuvor im Oberkirchenrat eine Projektstelle zur Nachwuchsgewinnung für die Badische Landeskirche innehatte und jetzt für das kirchenbezirkliche Projekt in Karlsruhe aktiv ist.
Mit dem Coworking Space geht die Evangelische Kirche in Karlsruhe seit März 2021 neue Wege. Aus einem Innovationsworkshop und einem Design-Thinking-Workshop, zu dem die Evangelische Kirche in Karlsruhe mit Stadtdekan Dr. Thomas Schalla im Jahr 2019 eingeladen hatte, ist unter anderem diese Idee hervorgegangen. Es folgten Reisen zum Züricher Coworking Space „Blau 10“ der reformierten Landeskirche, um sich Inspiration zu holen und sich über die Erfahrungen auszutauschen.
Coworking Space im Herzen des Karlsruher Stadtzentrums
Entstanden ist ein Coworking Space "Kairos 13" mit insgesamt 15 Arbeitsplätzen im Herzen des Karlsruher Stadtzentrums - das sehr gut angenommen wird. Die Community wächst stetig, aktuell kommen etwa fünf bis zehn Personen regelmäßig zum coworken. Insgesamt 40 Personen nutzen zum Teil regelmäßig, zum Teil gelegentlich das Angebot, das zudem kostenlos ist. Die Coworker:innen haben die Möglichkeit, über eine digitale Spendenapp die durch den Betrieb entstehenden Kosten und somit auch Community mitzutragen. Die übrigen Kosten werden durch den Kirchenbezirk Karlsruhe getragen und zunehmend durch Fundraising refinanziert.
Die Zielgruppe für dieses neue Angebot in den Räumen des evangelischen Gemeindezentrums sind vor allem „junge Unternehmer und Start-ups, Menschen, die im Wertehorizont von Kirche tätig sind: denen Nachhaltigkeit, soziale Verantwortung und Gerechtigkeit wichtig sind“, erklärt Diakon Paulus, der den „Coworkern“ auch für persönliche Gespräche zur Seite steht.
„Wir wollen eine Community bilden, uns gegenseitig bereichern"
„Wir wollen eine Community bilden, uns gegenseitig bereichern, Impulse setzen und geben. Es ist toll, Menschen mit gleicher Innovationsbereitschaft zusammenzubringen“, findet Daniel Paulus. Das Angebot wird schon jetzt gut angenommen. Räume zu wachsen, gibt es auch im Gemeindezentrum. Und er ist überzeugt: „Die Zukunft des Arbeitens liegt nicht nur im Homeoffice oder im Unternehmen – sondern im mobilen Arbeiten, im Hybrid-Modell. Die Menschen sehnen sich nach Begegnung und Austausch, auch nach dem analogen Arbeiten, nach einem Miteinander“.