Vom 31. August bis zum 8. September fand in Karlsruhe die 11. Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) statt. Rund 4.000 Teilnehmende aus 350 Kirchen und 120 Staaten der Erde kamen zur weltweit umfassendsten Zusammenkunft von Christinnen und Christen zusammen. Um die Themen des ÖRK auch in die Stadt hineinzutragen, gab es ein umfassendes Rahmenprogramm, das die breite Öffentlichkeit zum Mitmachen und Mitfeiern einlud. Einige Eindrücke vom Weltkirchentreffen in Karlsruhe.
Eine Bereicherung für den eigenen Glauben
- 15.09.2022 -
Auch die Evangelischen Kirche in Karlsruhe beteiligte sich an diesem Rahmenprogramm, öffnete ihre Kirchen für Workshops, Konzerte und Gesprächsforen. Die Christuskirche am Mühlburger Tor wurde in diesen Tagen zum „Begegnungszentrum Musik“. Es gab international besetzte Konzerte, Workshops, Mitsing-Aktionen und mehrsprachige musikalische Spaziergänge. Das Gemeindehaus der Alt- und Mittelstadtgemeinde wurde zum Begegnungsort „Kampf gegen Rassismus“. Es gab z.B. Podiumsgespräche und Buchlesungen zu den Themen Rassismus, Unterdrückung und Gleichberechtigung.
Und in der Johanniskirche öffnete das Evangelische Jugendwerk Karlsruhe die Türen für den internationalen Jugend-Treffpunkt. Es gab u.a. eine Domino-Challenge, eine digitale Kirchenmalerei und ein Begegnungscafé. Mit der Domino-Aktion „wollten wir eine Bewegung aufnehmen. Gemeinsam bauen wir an einer Sache. Und das rund um die Welt“, erklärte Jugendreferentin Stefanie Hügin.
Mit internationalen Gästen feierten zudem Karlsruher Gemeinden ökumenische Gottesdienste zum Motto der Vollversammlung „Die Liebe Christi bewegt, versöhnt und eint die Welt“.
„Die Welt mit anderen Augen sehen“
Dekan Dr. Thomas Schalla empfand die Begegnungen zwischen den Gemeinden und den Konferenzteilnehmenden als fröhlich und lebendig, es tat gut, gemeinsam den Glauben zu feiern und miteinander aus unterschiedlichen Perspektiven ins Gespräch zu kommen. Die Sichtweisen, die die Konferenzteilnehmer mitbrachten, sind auch eine Bereicherung für den eigenen Glauben und Handeln. „Wir können die Welt mit anderen Augen sehen“. Die Impulse, etwas zu verändern, sollten jetzt aufgenommen werden.
Für Susanne Labsch, Pfarrerin an der Christuskirche, ist das sichtbare ökumenische Zusammenleben und -wirken ein lebenswichtiger Bereich für Gemeinde und Kirche, „gerade in einer Gesellschaft und Welt, in der wir nur gemeinsam im Glauben und Handeln Krisen werden bewältigen können“.
Mit dem Fahrrad zum weltweiten Christentreffen
Der Austausch mit anderen Christinnen und Christen aus ganz unterschiedlichen Erdteilen und Kirchen ist für Catharina Covolo, Pfarrerin der Friedenskirche, eine Bereicherung und etwas Vertrautes, hat sie doch bereits mehrere europäische und weltweite ökumenische Treffen besucht. Neu und angenehm war es jetzt, dass sie aus dem Weiherfeld mit dem Fahrrad zum Kongresszentrum in die Innenstadt fahren konnte, um Vertreter der weltweiten Kirche zu treffen.
Auch ihre Kollegin, Pfarrerin Dorothee Mack, aus dem benachbarten Rüppurr war mitten im ökumenischen Geschehen auf dem Festplatz zwischen Schwarzwaldhalle und Konzerthaus. Als Mitsängerin im „Assembly Choir“ erlebte sie eine „musikalische Reise um die Welt“, sang mit indonesischen und amerikanischen Christinnen und Christen Lieder und Hymnen aus allen Kontinenten dieser Welt. Im „Morning Prayer“ wechselten Lieder aus Hawaii an der Ukulele mit Vertonungen aus Syrien oder Großbritannien. Bei so vielen unterschiedlichen musikalischen Stilen während des „Morning Prayer“ zeigte sich Pfarrerin Mack besonderes von den arabischen Liedern beeindruckt: „In den für mich melancholischen Melodien aus dem Nahen Osten schwingen die leidvollen Momente und die Sehnsucht nach Leben besonders mit“.
‚Be flexibel and be patient…bleibe flexibel und geduldig!‘
Mitten im musikalischen Geschehen der Vollversammlung stand insbesondere Bezirkskantor Johannes Blomenkamp, einer der Chorleiter des „Assembly Choir“, der neben den Morgenandachten auch den Eröffnungsgottesdienst dirigierte. Vor allem in Erinnerung bleibt ihm die Zusammenarbeit mit den Musikern und Chorleitern aus aller Welt – und der Ausruf seines internationalen Chorleiterkollegen, dem Musikdirektor der Vollversammlung Swee Hong Lim: ‚Be flexibel and be patient…bleibe flexibel und geduldig!‘ – ein Motto, das vielen Karlsruher Mitsängerinnen und Sängern im Assembly Choir noch heute präsent ist.

















