Die Altenheimseelsorge leistet einen wichtigen Beitrag dazu, ältere Menschen auf ihrer letzten Lebensstation geistlich zu begleiten. Die ehrenamtlich und beruflich Tätigen in der Altenheimseelsorge informierten sich auf einer ökumenischen Fachtagung über „Leichter leben mit Segen?!“
Ältere Menschen mit dem Segen stärken
- 27.10.2022 -
Andreas Kornhas ist gelernter Kaufmann, doch dann wollte er mehr mit Menschen arbeiten und machte eine Umschulung. Heute arbeitet er in einem Karlsruher Altenheim als Betreuungskraft im Bereich Therapie. „Die Arbeit mit den Heimbewohnern gibt mir sehr viel zurück“, sagt Kornhas mit einem Lächeln. Die Seelsorge ist ihm dabei wichtig. „Doch manchmal fehlen mir auch die Worte“. Dann ist es gut, auf Bekanntes zurückgreifen zu können. Auf Rituale wie zum Beispiel den Segen.
Um mehr über den Segen zu erfahren und auch, wie er praktisch in der seelsorgerlichen Tätigkeit in Altenheimen und Pflegeeinrichtungen angewandt werden kann, fand eine ökumenische Fachtagung am 7. Oktober 2022 im Albert-Schweitzer-Saal in Karlsruhe statt. Der Titel „Leichter leben mit Segen?!“ gab bereits die Richtung vor. Es galt, dem Schweren, das der Altenheimseelsorge oft anlastet, etwas Leichteres entgegenzusetzen, so die Hauptorganisatorin der Fachtagung, Diakonin Monika Roth von der evangelischen Fachstelle „Leben im Alter“. Denn die ehrenamtlichen und auch beruflich tätigen Seelsorgerinnen und Seelsorger in Pflegeeinrichtungen wollen die Menschen auf ihrer letzten Lebensstation geistlich begleiten und stärken. Dazu gehören neben den Besuchen und Gesprächen auch regelmäßige Gottesdienste und Andachten. „Der Segen kommt in jedem Gottesdienst vor und ist auch kurz vor dem Lebensende, als Sterbesegen, präsent. Kraftvolle, aufbauende und berührende Worte und Gesten – das macht den Segen aus“, so Diakonin Roth.
Das weiß auch Annette Bechtold, Kirchenälteste in der Evangelischen Kirchengemeinde Knielingen. Sie ist seit vier Jahren in der Altenheimseelsorge aktiv. Die Gottesdienste sind für sie das „Sahnehäuptchen meiner Arbeit“. Der Segen Gottes, den sie zum Schluss eines Gottesdienstes spricht, ist für sie elementar: „Denn mit Gottes Segen müssen wir unseren Lebensweg nicht alleine gehen“.
Auf der diesjährigen Fachtagung erfuhren die Teilnehmenden mehr dazu, was Segen ausmacht und wie er im Alltag angewandt werden kann, aber auch welche Rituale noch vorausgesetzt werden können. Es gab Input zu Segens-Ritualen rund ums Sterben, auch für Menschen mit Demenz. „Denn viele ältere Menschen kommen heute erst dann ins Altenheim, wenn es gar nicht mehr anders geht“, sagt Monika Roth. Die Bewohnerinnen und Bewohner sind aktuell größtenteils zwischen 70 und 100 Jahre alt. Körperliche, kognitive und psychische Einschränkungen erhöhen die Bedürfnisse an Pflege, medizinische Versorgung sowie an die soziale, seelische und geistliche Betreuung.
Die Fachtagung wurde in Zusammenarbeit zwischen der Evangelischen Kirche in Karlsruhe und der Diözese Freiburg veranstaltet.









