"Kirche 2030" hat erste Etappe genommen
- 20.11.2021 -
Die Synodale Arbeitsgruppe hat die Rückmeldungen aus den Gemeinden, Werken und Diensten zum Konzeptpapier "Kirche 2030" ausgewertet und der Stadtsynode auf ihrer Tagung am 19. November präsentiert.
Wieder einmal konnte das Präsidium um Jutta Scheele-Schäfer die Delegierten der Stadtsynode am Freitag, 19. November, aufgrund der hohen Corona-Inzidenzwerte nur digital begrüßen. Auf der Tagesordnung stand vor allem der Prozess „Kirche 2030“. Mit einer Andacht von Pfarrerin Dorothee Mack aus Rüppurr, in der es um Transformations-Geschichten in der Apostelgeschichte ging, waren die rund 100 digital zugeschalteten Delegierten bereits auf das Hauptthema eingestimmt.
Der Gesprächsprozess zu einer „Kirche 2030“ hat auf der Herbsttagung der Stadtsynode einen ersten Zwischenstand verzeichnen können. Nachdem vor einem Jahr der Auftakt mit einem Konzeptentwurf gesetzt wurde, konnten in den vergangenen Monaten die Gemeinden, Werke und Dienste ihre Perspektiven, Ideen und Anregungen in den Veränderungsprozess der Evangelischen Kirche in Karlsruhe eintragen. Dazu gab es einen Fragekatalog, den alle 26 Gemeinden ausgefüllt haben, berichtete Pfarrerin Catharina Covolo von der Synodalen Arbeitsgruppe. Die Synodale Arbeitsgruppe ist von der Stadtsynode eingesetzt und unter anderem für das Sammeln der Rückmeldungen und Aufbereiten von Änderungsvorschlägen verantwortlich.
Rückmeldungen zu Szenarien aufbereiten / theologische Reflexion verstärken
Auch fünf Regionen haben eine Rückmeldung gegeben, ebenso zehn Werke und Dienste. Eine Tendenz konnte Catharina Covolo bereits festmachen: So könnten sich viele Gemeinden vorstellen, Kooperationen untereinander wie auch mit städtischen und sozialen Trägern oder auch im ökumenischen Zusammenspiel auszubauen. Größeren Regionen als den bereits bestehenden stehen die Gemeinden aber eher ablehnend gegenüber. Jetzt gelte es, die Rückmeldungen zu Szenarien aufzubereiten, um sie in der Stadtsynode im April 2022 vorzustellen, so Pfarrerin Covolo weiter. Bereits für die eingegangen Rückmeldungen haben die Gemeinden theologisch verstärkt über sich selbst nachgedacht, sagte Dekan Dr. Thomas Schalla. Dieses theologische Nachdenken und die Frage nach Kirchenbildern sollen im nächsten Jahr mehr Raum bekommen, kündigte er an.
Ampelsystem der Landeskirche: Welche Gebäude können langfristig gehalten werden?
Der Synodale Gernot Goll berichtete über die Ergebnisse der Badischen Landessynode, die Ende Oktober in Bad Herrenalb stattfand. Einfluss auf den bezirklichen Veränderungsprozess „Kirche2030“ werde das neue Ampelsystem für Liegenschaften der Landeskirche nehmen. Nicht neu ist, dass 30 Prozent an Gebäuden („rot“) identifiziert werden sollen, die über landeskirchliche Mittel nicht mehr finanziert werden könnten. Das ist bereits Aufgabe im Prozess „Kirche 2030“. Hinzukommt die Aufgabe, auch die 30 Prozent an Gebäuden („grün“) in den nächsten zwei Jahren zu benennen, die langfristig zu halten sind. Außerdem hat die Landessynode gegenüber dem Evangelischen Oberkirchenrat gebeten zu prüfen, in der Kirchenmusik, der Seelsorge in besonderen Arbeitsfeldern (z.B. Krankenhausseelsorge) und in der Kinder- und Jugendarbeit nicht pauschal 30 Prozent zu kürzen. Auch wenn dann an anderer Stelle stärker eingespart werden müsste. Hintergrund ist die landeskirchliche Vorgabe, 30 Prozent in allen kirchlichen Aufgabenfeldern zu identifizieren, die dann sukzessive bis 2032 einzusparen sind. Außerdem hat die Landessynode ein Ressourcensteuerungsgesetz verabschiedet, in dem sie regelt, dass die Landeskirche den rechtlichen Rahmen und die finanziellen Ziele vorgibt, die Umsetzung aber in den Kirchenbezirken liegt.
Mit der Nachwahl von Dr. Martin Lehmann in den Stadtkirchenrat endete die digitale Tagung der Stadtsynode. Martin Lehmann ist Kirchenältester der Alt- und Mittelstadtgemeinde und folgt auf Christian Ritscher, der aus beruflichen Gründen sein Amt niedergelegt hat.










