Stadtsynode berät über gemeindliche Strukturen einer “Kirche 2030”

- 13.02.2023 - 

Auf ihrer ersten Sitzung im neuen Jahr hat sich die Stadtsynode mit einem weiteren wichtigen Baustein innerhalb des Veränderungsprozesses “Kirche 2030” beschäftigt. Die Synodalen aus den Gemeinden, Werken und Diensten haben sich schwerpunktmäßig mit der Neuordnung der gemeindlichen und übergemeindlichen Strukturen befasst.  

Der Synodale Martin Schubart aus der "AG Kooperation" moderierte die Vorstellung der beiden Modelle für künftige Strukturen im Stadtkirchenbezirk. 
Den Gesprächsprozess hin zu einer “Kirche 2030” verfolgen die Synodalen bereits seit mehr als zwei Jahren. In diesem Jahr fallen alle wesentlichen Entscheidungen dazu. Im Fokus bislang standen die Stellungnahmen aus den Gemeinden, Diensten und Werken zum bestehenden Konzept “Kirche 2030” und sich daran anschließende Gebäudefragen. Hinzu kam im vergangenen Herbst die Diskussion über das Kirchenbild, von dem sich die Verantwortlichen Rückenwind versprechen. Mit der Frühjahrssynode nun bearbeiten die Synodalen die Fragen nach gemeindlichen Kooperationen, Fusionen und der Zusammenarbeit von Pfarrerinnen und Pfarrern sowie Diakoninnen und Diakonen in Dienstgemeinschaften.   
Aktuell gibt es 22 Gemeinden, die in zehn Regionen in bislang unterschiedlicher Intensität kooperieren. Diese Regionen sind auf der Bezirkshomepage abgebildet. Aufgrund der abnehmenden Mitgliederzahlen und geringer werdender finanzieller Mittel ist die Frage, wie kirchliche und gemeindliche Arbeit in Zukunft organisiert werden sollte. Dazu hat die von der Synode eingesetzte “AG Kooperation” zwei Vorschläge entwickelt, um die Richtung zu markieren, in die es jeweils gehen könnte.  
So sieht das Szenario 1 nur leichte Anpassungen am bestehenden Modell vor und rät zu nur wenigen Fusionen (da, wo die Gemeinden auf Dauer zu klein werden oder eine intensivere Zusammenarbeit und Zusammenlegung bereits heute nahe liegt). Dieses Modell spricht sich für 16 Pfarrgemeinden und 2 Personalgemeinden (City, Vesperkirche) aus. Weitere Anpassungen, Kooperationen oder Fusionen könnten “jederzeit” vorgenommen werden. Die Stärke dieses Modells werde darin gesehen, dass die Pfarrgemeinden auch künftig eine überschaubare Fläche und Größe und eine überschaubare Zahl an Akteuren haben werden und auf weitere Veränderungen flexibel eingehen könnten, so der Synodale Dr. Martin Lehmann bei der Vorstellung. 
Ein weiterer Vorschlag, den die AG Kooperation erarbeitet und den Dekan Dr. Thomas Schalla präsentiert hat, nimmt die gesamte Größe der Evangelischen Kirche in Karlsruhe in den Blick. Dieser Vorschlag geht davon aus, dass die Kirchenmitglieder im Jahr 2030 zwar weiterhin lokal an ihre Gemeinde gebunden sind, aber thematisch auch an kirchlichen Ereignissen innerhalb der Evangelischen Kirche in Karlsruhe interessiert sind. Konkret wird vorgeschlagen, sieben gleich große Pfarrgemeinden zu bilden, die von einem Pfarrteam (aus möglichst mindestens drei bis vier Pfarrerinnen/Pfarrern sowie ggf. einem Diakon/einer Diakonin) und einem Pfarrgemeinderat (aus den beteiligten Gemeinden) geleitet werden. Damit sei weiterhin die lokale Arbeit an den jeweiligen kirchlichen Orten gegeben und kann ausgestaltet werden. Zudem würden die Hauptamtlichen kirchliche Aufgaben übernehmen, die im gesamten Stadtkirchenbezirk benötigt werden. Der Vorteil dieses Modells liege darin, auf kirchliche Bedarfe flexibler reagieren zu können. Außerdem könnte so auch eine Arbeitsentlastung bei Haupt- und Ehrenamtlichen entstehen.  
Der Stadtkirchenrat nimmt die Anregungen der synodalen Arbeitsgruppen nun mit in seine weitere Arbeit. Auf der Synode wird das Thema Strukturen in einer zweiten Lesung im April weiterdiskutiert sowie abschließend im Juni. Der Stadtkirchenrat wird – mit den Anregungen und Empfehlungen der Synodalen – dann im Juli abschließend dazu entscheiden.