Pfarrer Wolfgang Scharf in den Ruhestand verabschiedet
- 24.04.2023 -
Nach knapp zwölf Jahren verabschiedet sich Pfarrer Wolfgang Scharf aus seinem Dienst in der Evangelischen Petrus-Jakobus-Gemeinde in der Nordweststadt. Der 65-Jährige geht zum 1. Mai in den Ruhestand. Bewegende Stationen sind unter anderem der Neubau der Petrus-Jakobus-Kirche (2017) sowie die Etablierung des Cafè "vis-à-vis" (2018).
Als das Erinnerungsfoto mit allen Ehrenamtlichen an die Reihe kam, wurde es eng im Altarraum. So viele beteiligen sich am Gemeindeleben der Evangelischen Petrus-Jakobus-Gemeinde in der Nordweststadt. Mittendrin: Pfarrer Wolfgang Scharf und seine Frau Helga, die ihrer Gemeinde knapp zwölf Jahre dienten. Zum Abschiedsgottesdienst am 23. April waren alle Plätze in der Petrus-Jakobus-Kirche belegt. Allein 90 Gäste und Weggefährten konnte Pfarrer Scharf begrüßen.
Der Gottesdienst begann mit einer Live-Schalte per Video in die Evangelische Kirche nach Knielingen, wo Pfarrer Siegfried Weber im Namen der „Kooperationsgemeinde“ herzlich grüßte. Dann folgte der musikalisch reihhaltige Gottesdienst, in der Dekan Dr. Thomas Schalla dem scheidenden Pfarrer für seinen Dienst in der Gemeinde und in der Evangelischen Kirche in Karlsruhe dankte und ihn aus seinem Dienst entpflichtete. Dem Sonntag „Misericordias Domini“ gemäß erinnerte der Dekan an die Barmherzigkeit Gottes, unter der auch das Wirken von Pfarrer Scharf in der Nordweststadt zum Wohle der Gemeinde stand.
Wolfgang Scharf, der zuvor auch in den evangelischen Gemeinden in Rastatt, Bretten und Feldberg/Titisee als Pfarrer tätig war und nun mit 65 Jahren in den Ruhestand geht, erhielt aus den Händen von Dekan Schalla zudem eine Urkunde, in der die Badische Landeskirche ihm ihren Dank für 42 Dienstjahre aussprach.
Viel Neues ist in den vergangenen zwölf Jahren entstanden, seit Pfarrer Scharf im August 2011 nach Karlsruhe wechselte. Erst kurz vor seinem Amtsantritt erfolgte die nicht konfliktfreie Fusion der Petrus- und der Jakobusgemeinde zu jetzt einer Gemeinde. Was im Jahr 2010 formal vollzogen wurde, musste im Miteinander noch wachsen. Auch hier hat Pfarrer Scharf in seiner besonnenen und beharrlichen Art viel mitgetragen und bewirkt. Als sichtbares Zeichen der Einheit wurde im Jahr 2017 die Petrus-Jakobus-Kirche mit Gemeindehaus errichtet. Das moderne und helle Kirchengebäude, das architektonisch beeindruckt und verschiedene Architektur-Preise gewonnen hat, wurde mit den Jahren zur neuen geistlichen Heimat der evangelischen Christen in der Nordweststadt. Voraus ging diesem Neubau der nicht leichte Abschied von der Petruskirche (September 2014) und der Jakobuskirche (Februar 2017) mit Entwidmungen.
Im Prozess des Zusammenwachsens galt es auch, Orte der Begegnung zu schaffen, was Pfarrer Scharf zusammen mit vielen Ehrenamtlichen z.B. mit dem Café „vis-à-vis“ gelungen ist. Seit fünf Jahren hat es im Gemeindezentrum an der Kirche seinen festen Raum hat. Heute ist das „vis-á-vis“, das von einer geringfügig angestellten Leiterin und 35 Ehrenamtlichen betrieben wird, ein beliebter Treffpunkt innerhalb des Stadtteils. Dafür spricht auch die zentrale Lage: Kirche wie auch Gemeindehaus befinden sich direkt am Walter-Rathenau-Platz, einem Quartiersplatz, das regelmäßig zum Wochenmarkt wird.
Nach dem Ausscheiden von Pfarrer Scharf zum 1. Mai wird die Gemeinde voraussichtlich nicht zu lange auf einen neuen Pfarrer warten müssen. Erste Gespräche mit Interessenten auf die Stelle sind bereits geführt. Der Wahl-Gottesdienst ist am 17. Mai. Der Nachfolger könnte dann zum 1. September seinen Dienst antreten.