Die Klinikseelsorge in den Mittelpunkt gerückt

- 26.09.2023 - 

Die Diakon*innen und Pfarrer*innen des Stadtkirchenbezirks gewannen beim Ganztageskonvent in der neuen Steinhäuserklinik einen gewinnbringenden Einblick in die Klinikseelsorge. Das Treffen machte deutlich, dass in der Klinikseelsorge weiterhin Chancen liegen, Menschen in Krisensituationen zu begleiten und auch auf den Glauben anzusprechen.

„Wir haben einen spannenden Einblick in die Arbeit der Klinikseelsorge bekommen“ – so lautete immer wieder die Reaktion der Diakon*innen und Pfarrer*innen aus dem Evangelischen Stadtkirchenbezirk am Ende des Dekanatskonvents am 21. September in der neuen Steinhäuserklinik. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren an vielen Stellen beeindruckt und auch etwas überrascht, was alles zur Tätigkeit von Klinikseelsorgerinnen und Klinikseelsorgern gehört.
 
Krankenhaus unter veränderten Bedingungen – eine Herausforderung an Kirche und Seelsorge
 
Vorbereitet wurde der sehr gut besuchte Dekanatskonvent von den beiden Seelsorgeteams des Städtischen Klinikums Karlsruhe und der ViDia Christliche Kliniken Karlsruhe, zusammen mit Dekanstellvertreter Siegfried Weber. Dr. Thomas Arldt, Klinikdirektor des Zentrums für Anästhesie, Intensiv- und Notfallmedizin im Diakonissenkrankenhaus Rüppurr, schilderte in einem Vortrag aus seiner langjährigen Erfahrung als Arzt seine Sicht des Tagesthemas „Krankenhaus unter veränderten Bedingungen – eine Herausforderung an Kirche und Seelsorge“. Zur aktuellen gesundheitspolitischen Situation der Krankenhäuser in Deutschland nahm der Vorstandsvorsitzende der Vidia Kliniken, Richard Wentges, Stellung, während  Jürgen Schnebel aus der Perspektive des Pflegedirektors die Umwälzungen innerhalb der Mitarbeiterschaft beleuchtete, aber auch betonte, dass nicht nur die Klinikseelsorge, sondern auch christliche  Mitarbeiter*innen ein Krankenhaus prägen und Mitverantwortung für den Geist einer Klinik tragen.         
 
Gottesdienste in der Klinik feiern und mit Patient*innen in Kontakt kommen
                                                                 
Die Konventsmitglieder hatten am Nachmittag Gelegenheit an Führungen in der Klinik teilzunehmen. Eine Gruppe besuchte den Abschiedsraum, eine andere die Palliativstation, eine weitere die Akutgeriatrie. Eine vierte Gruppe beschäftigte sich mit Fragen der modernen Chirurgie. In einer abschließenden Podiumsdiskussion veranschaulichten die Mitglieder der beiden Seelsorgeteams den Kolleg*innen aus dem Stadtkirchenbezirk einige ihrer jeweiligen Arbeitsbereiche wie Psychiatrie, Ethikberatung, Frauen- und Kinderklinik sowie Reha-Geriatrie. Auch Fragen, wie Patient*innen in Kontakt mit den Klinikseelsorgenden kommen, wie Gottesdienste in der Klinik gefeiert werden, wie die (ökumenische) Rufbereitschaft organisiert wird und worin eigentlich Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen einem kommunal geführten und einem christlichen Krankenhaus bestehen, wurden thematisiert.
 
Fazit: Der Dekanatstag machte deutlich, dass in der Klinikseelsorge unvergleichliche Chancen liegen, Menschen aller sozialen Schichten ein Stück weit in Krisensituationen zu begleiten und je nach Situation auch auf den Glauben anzusprechen. Klinikseelsorge stellt somit einen unverzichtbaren Teil kirchlicher Arbeit dar.   
 
Autor: Frank Wagner, Klinikseelsorger in Vidia