Stadtkirchengemeinde Durlach mit dem Grünen Gockel zertifiziert
- 05.10.2023 -
Der Grüne Gockel, das kirchliche Umweltmanagementsystem, hilft Kirchen- und Pfarrgemeinden dabei, Ressourcen und Energie einzusparen. Die Gemeinden leisten damit einen wertvollen Beitrag zum Klimaschutz und zur Bewahrung der Schöpfung. Die Evangelische Stadtkirchengemeinde Durlach hat nun ihre Zertifizierung mit dem “Grünen Gockel” erhalten.
(v.l.) Pfarrer Thomas Abraham, Dr. Martin Fürst, Kurt Nollert, Matthias Bratzler, Manuel Pfoehler (BUE), Dr. Karin Mezger, Susanne Nagel
Es gibt viele Möglichkeiten, in Kirchen und Gemeindehäusern Energie zu sparen. Wie steht es beispielsweise um die Heizungsanalage, welche Lampen brennen umweltschonend? Und welche Dienstfahrten könnten mit dem Fahrrad oder den öffentlichen Verkehrsmitteln unternommen werden? Hier setzt der „Grüne Gockel“ an, das Kirchliche Umweltmanagement für Pfarr- und Kirchengemeinden sowie kirchliche Einrichtungen in Baden.
Beitrag leisten zum Klimaschutz und zur Bewahrung der Schöpfung
Der Grüne Gockel hilft dabei, dauerhaft die gemeindeeigenen Umweltauswirkungen zu erfassen, zu bewerten und positiv zu verändern. Mit der Einführung des Umweltsystems leistet die Gemeinde somit einen wertvollen Beitrag zum Klimaschutz und zur Bewahrung der Schöpfung und senkt ihre Betriebskosten.
Im Stadtkirchenbezirk Karlsruhe hat jüngst die Evangelische Stadtkirchengemeinde Durlach die Zertifizierung mit dem „Grünen Gockel“ erhalten. Mitte September überreichte Manuel Pfoehler vom Büro für Umwelt und Energie (BUE) der Badischen Landeskirche die Zertifizierungsurkunde in einem Gottesdienst an das mehrköpfige Umweltteam um Pfarrer Thomas Abraham. Der Startschuss für dieses Umweltprojekt fiel an Erntedank 2021. In den zurückliegenden zwei Jahren bis zur Zertifizierung stand das BUE der Gemeinde in allen Fragen zur Seite.
„Der Klimawandel ist da und unsere Aufgabe als Kirche ist es, die Umwelt zu schützen und die Menschen in unserer Gemeinde und darüber hinaus mitzunehmen“, erklärt Dr. Karin Mezger, Kirchenälteste und Mitglied des siebenköpfigen Umweltteams. Und Pfarrer Abraham sagte in seiner Predigt: „Die Hoffnung auf das Leben wachhalten – das ist als unser Beitrag zur Schöpfung ebenso wichtig, wie die Einsparung an Energie und Ressourcen, die wir im Gemeindehaus oder hier in der Kirche erzielen können. Es braucht beides: Den Mut und die Entschlossenheit, mit kleinen Schritten zu beginnen; und die Hoffnung, dass Gott aus diesen kleinen Schritten mehr werden lässt, als wir jetzt überblicken.“
Umweltgedanken noch stärker in die Karlsruher Pfarrgemeinden bringen
Der Grüne Gockel entspricht den Anforderungen des europäischen Umwelt-Audits EMAS.1. Diese Entsprechung sichert die Qualität, Kontinuität und Wertigkeit des Grünen Gockels. „Die Einführung ist mit Aufwand verbunden, aber es lohnt sich!“, ist Karin Mezger überzeugt. Zudem gibt es eine Vernetzung mit der Umwelt AG auf Bezirksebene, die auch das Ziel hat, den Umweltgedanken noch stärker in die evangelischen Karlsruher Pfarrgemeinden zu bringen. Volker Rink, Vorsitzender der AG Umwelt, hat den Prozess der Gemeinde immer wieder begleitet und freut sich über die Zertifizierung.
Der Grundgedanke ist, Arbeitsabläufe so zu organisieren, dass eine kontinuierliche Verbesserung des Umweltschutzes erreicht wird. Um die Umweltzertifizierung zu erhalten, hat das Umweltteam einen mehrstufigen Prozess durchlaufen. Am Anfang stand die Bestandsaufnahme: Welche Gebäude sollten Teil des Grünen Gockels sein? Für diese Gebäude wurden die Zählerstände für Heizen, Strom und Wasser in einer von der Landeskirche zur Verfügung gestellten Software erfasst, um Energieverbräuche zu überwachen und auszuwerten. Im Laufe der Zeit können so unnötige Energieverbräuche vermieden werden.
Das Umweltteam hat sich dann neben den Energiedaten der Gebäude auch weitere Umweltaspekte wie Mobilität, Beschaffung, Artenvielfalt, Einhaltung der umweltrelevanten gesetzlichen Vorgaben, Abfall und Reinigung angesehen, und daraus geeignete Maßnahmen für die kommenden zwei bis vier Jahre abgeleitet. Dass daran immer weitergearbeitet wird, dafür sorgen auch die jährlichen internen Audits und das externe Audit alle zwei Jahre.
Verbräuche für Gas, Elektrizität und Müll weiter senken
Die Zertifizierung mit dem Grünen Gockel gilt nun bis 2027. Vier Jahre, in denen sich die Gemeinde, der Ältestenkreis und das Umweltteam keineswegs auf dem Erreichten ausruhen kann und will. „Unser Ziel ist es, die Verbräuche Gas, Elektrizität, Müll und anderes weiter zu senken. Und wir haben begonnen, die Versiegelung des Gemeindebodens zu verringern und einen Garten anzulegen“, erklärt sie das weitere Vorgehen. Ein externer Berater soll darüber hinaus helfen, die Beleuchtung im Gemeindehaus zu prüfen und Vorschläge für Energieeinsparungen zu unterbreiten. „Die Empfehlungen werden wir dann im Ältestenkreis besprechen und sehen, was wir umsetzen können.“
Und auch andere Gemeinen der Evangelischen Kirche in Karlsruhe möchten am Grünen Gockel teilnehmen: Die Ältestenkreise der Friedensgemeinde und der Evangelischen Gemeinde Rüppurr haben für das Projekt bereits „grünes Licht“ gegeben. Jetzt werden Mitwirkende für das Umweltteam gesucht.