Stadtsynode: Präsidiumswahlen und Ausblicke

- 27.04.2024 - 

Zum Abschied gab es Blumen und stehenden Applaus: Nach 17 Jahren als Vorsitzende hat Jutta Scheele-Schäfer mit dem Ende der Tagung der Stadtsynode am 26. April 2024 ihr Amt niedergelegt. Die 59 Synodalen aus den 22 Gemeinden, Diensten und Werken dankten ihrer langjährigen Vorsitzenden mit langanhaltendem Applaus.

Dekan Dr. Thomas Schalla sprach ihr im Namen der Evangelischen Kirche in Karlsruhe seinen Dank für das große ehrenamtliche Engagement aus: „Gottes Geist hat dich mit großer Liebe zu deiner Kirche ausgestattet. Furchtlos hast du die Veränderungen von Kirche und Gesellschaft in den Blick genommen und vorangetrieben.“ In ihrem Amt war sie eine Zeugin für das Evangelium. Und als erste Frau in leitenden kirchlichen Ehrenämtern im Stadtkirchenbezirk – das sei eben „typisch evangelisch“.
 
„Es war nicht immer leicht“, sagte Jutta Scheele-Schäfer in ihrer Abschiedsrede: „Im Nachhinein sehe ich aber, ist uns vieles gelungen. Und es erfüllt mich mit Freude und Stolz, über viele Jahre zur Weiterentwicklung der Evangelischen Kirche in Karlsruhe beigetragen zu haben.“ Das hat Jutta Scheele-Schäfer in den vergangen vier Jahrzehnten in verschiedenen kirchlichen Ämtern getan – ob in der Stadtsynode, im Stadtkirchenrat, als Vorsitzende im Ältestenkreis der Markusgemeinde oder als Landessynodale.
 
Neuer Vorsitzender der Stadtsynode ist Prof. Gernot Goll
 
Zum neuen Vorsitzenden wählte die Stadtsynode mit 50 von 59 Stimmen Gernot Goll, der bereits als Präsidiumsmitglied der Stadtsynode bekannt ist, zudem Mitglied im Stadtkirchenrat und Landessynodaler ist. Gernot Goll ist 60 Jahre alt, lebt seit mehr als 30 Jahren in Rüppurr, ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder. Goll ist Physiker und außerplanmäßiger Professor am Karlsruher Institut für Technologie.
 
Als 1. Stellvertretende Vorsitzende wählte die Synode mit 56 von 59 Stimmen Pfarrerin Catharina Covolo, die aus der Elternzeit zurück ist. Auch der synodale Bauausschuss kann sich mit den Synodalen Dr. Jürgen Höß, Anke Lang und Judith Mac-Carty über personelle Verstärkung freuen.
 
Zwischenbericht zu "Kirche 2030": Nach Beschlüssen zu Reduktion jetzt Transformation
 
Neben den Wahlen gab es einen Zwischenbericht von Dekan Dr. Thomas Schalla zum Veränderungsprozess „Kirche 2030“. Seine Rede orientierte sich an dem von der Landeskirche vorgegebenen Zweischritt aus Reduktion und Transformation, die den Gesamtprozess leitet. Mit Blick auf die Beschlüsse zum Umgang mit den Gebäuden und den Kooperationen betonte Schalla: „Es war uns wichtig, mit Kirche2030 einen großen Schritt nach vorne zu gehen, und sicherzustellen, dass die Entscheidungen halten und die Spuren für die nächste Generation Kirche in Karlsruhe legen.“
 
Ziel bleibe es weiterhin, als Evangelische Kirche „sichtbar, einladend, missionarisch lebendig und vielfältig in unserer Stadt“ zu sein. In den kommenden zwei bis drei Jahren gelte es, „die Arbeit miteinander immer besser zu vernetzen und durch Kooperation echte Entlastungen zu erreichen.“ Das beginnt bei den Dienstplänen der Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Diakoninnen und Diakone. Multiprofessionelle Teams könnten die Aufgaben im Sozialrau, in Kirche, Schule und Kita gemeinsam lösen, ist Dekan Schalla zuversichtlich.
 
„Inhaltlich wollen wir den Blick wieder mehr nach außen richten“, ergänzt er, denn „wir haben ausreichend lange über Strukturen geredet“. Die pastoralen Aufgaben sollen wieder in den Vordergrund rücken. „Ich stelle mir vor, dass wir in den Kooperationsräumen über Schwerpunkte der Gemeinden und Gaben der Haupt- und Ehrenamtlichen sprechen.“
 
Den Blick nach außen zu richten, diese Absicht spiegelt auch der Beschluss der Stadtsynode wider, in den beiden nächsten Sitzungsterminen im Jahr 2024 jeweils ein gesellschaftlich relevantes Thema als Schwerpunkt zu behandeln. Den Antrag dazu hatte der Synodale Martin Schubart eingebracht. Das Thema wird vom neuen Präsidium der Stadtsynode erarbeitet.
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