Stadtsynode berät über evangelische Kinder- und Jugendarbeit

- 16.07.2024 - 

Die Stadtsynode widmete sich auf ihrer Tagung am 12. Juli 2024 schwerpunktmäßig der Arbeit der Evangelischen Kinder- und Jugendarbeit und formulierte einen Arbeitsauftrag an den Bildungsausschuss. Die Grundlage des synodalen Gesprächs bildete ein Vortrag von Landesjugendreferentin Kerstin Sommer über die Studie „Jugend zählt 2“, eine statistische Erhebung zur Arbeit mit Kindern und Jugendlichen in den Evangelischen Landeskirchen Baden und Württemberg und ihrer Diakonie aus den Jahren 2021 und 2022. 

v.l.: die Bezirksjugendreferentinnen Daniela Unmüssig und Stefanie Hügin, Landesjugendreferentin Kerstin Sommer, Synodenvorsitzender Gernot Goll
Die Auswertung der Studie ergibt folgenden Stand für Baden und Württemberg: Insgesamt nehmen rund 159.000 junge Menschen an regelmäßigen Gruppenangeboten der evangelischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen in all ihren unterschiedlichen Facetten von der Jungschar über Kindergottesdienst bis hin zu musikalischen Angeboten teil, weitere 280.000 Teilnahmen pro Jahr werden bei Einzelangeboten wie Freizeiten, Waldheimen oder Bildungsseminaren verzeichnet. Dazu kommen noch einmal über 85.000 junge Menschen im Bereich der Diakonie. Auffallend ist die hohe Zahl an Menschen, die sich in der evangelischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen engagieren: 57.714 Personen sind in (mindestens) einem der Arbeitsfelder der kirchlichen Arbeit für junge Menschen aktiv. Bei 93 Prozent davon handelt es sich um Ehrenamtliche. 
 
In den meisten Gruppen und Angeboten kommen lediglich 3 Teilnehmende auf einen Mitarbeiter oder eine Mitarbeiterin. Der hohe Betreuungsschlüssel bietet die Voraussetzungen für umfassende pädagogische Qualität. Dabei sind ein bewusster Umgang mit Nähe und Distanz sowie verpflichtende Präventionsschulungen im Blick auf sexualisierte Gewalt in allen Bereichen der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen seit vielen Jahren selbstverständlich.  
 
Letztlich gehen die Zahlen in der evangelischen Kinder- und Jugendarbeit zurück. Für Kerstin Sommer zeigt diese Studie aber deutlich auf: Die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen ist nur möglich durch das hohe Engagement von Haupt- und Ehrenamtlichen, die sich ergänzen und wechselseitig unterstützen. In der Jugendarbeit gehen junge Menschen erste eigene Schritte in ehrenamtlichem Engagement, die oftmals im Erwachsenenalter in andere Formen des Ehrenamts mündeten. 
 
Stefanie Hügin, Bezirksjugendreferentin des Evangelischen Kinder- und Jugendwerk Karlsruhe, stellte die Zahlen für den Stadtkirchenbezirk vor. So liege das durchschnittliche Alter der Gemeindemitglieder bei 48,74 Jahre und der Anteil der 6 bis 27-Jährigen bei 24 Prozent. Die meisten Angebote sind Bildungsmaßnahmen, Freizeiten mit Übernachtungen und Sportveranstaltungen. Bezirksjugendreferentin Daniela Unmüssig sagte, dass die Diskussion um die Evangelische Kinder- und Jugendarbeit nicht um der Institution willen geführt werden sollte, sondern um der Bedürfnisse, Vorstellungen und Ideen der unter 27-Jährigen willen. Immer stärker werde die Kinder- und Jugendarbeit auch als “Safespace” von den Jugendlichen nachgefragt, weil deren Lebenswelt immer herausfordernder werde.  
 
Dekan Dr. Thomas Schalla regte an, bei den weiteren Überlegungen zur zukünftigen Ausgestaltung der Kinder- und Jugendarbeit auch die neuen Kooperationsräume in den Blick zu nehmen. Die Synode hat den Bildungsausschuss beauftragt, in Zusammenarbeit mit der Bezirksjugend bis zur Februarsynode 2025 Handlungsempfehlungen für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen im Stadtkirchenbezirk zu erarbeiten und der Synode vorzustellen. 
 
Zudem war nach dem Weggang von Pfarrer Walter Boës die Stelle des Bezirksdiakoniepfarrers oder der -pfarrerin neu zu besetzen. Pfarrerin Lara Pflaumbaum wurde einstimmig gewählt. Die Synode wurde zudem über die Neubesetzungen bei den Bezirksbeauftragungen informiert: Als Vertrauensperson für Kirchenmusik ist nach dem Stellenwechsel von Pfarrer Walter Boës nun Pfarrer Thomas Abraham aus der Stadtkirchengemeinde Durlach beauftragt worden. Bezirksbeauftragte für das christlich-jüdische Gespräch ist Pfarrerin Kira Busch-Wagner und zum Bezirksbeauftragten für die Arbeit mit Konfirmandinnen und Konfirmanden wurde Pfarrer Sören Suchomsky von der Hoffnungsgemeinde mit diesem Amt beauftragt.