Stadtsynode beriet über Einsamkeit als gesellschaftliche Herausforderung
- 18.11.2024 -
Nach den Strukturfragen zum Verbleib der kirchlichen Gebäude in den zurückliegenden Jahren, widmet sich die Stadtsynode nun wieder verstärkt inhaltlichen Themen und Fragestellungen. Aktuelles Thema war auf der Tagung am 15. November 2024 "Einsamkeit als gesellschaftliche Herausforderung". Dazu gab es einen Impulsvortrag und Workshops - verbunden mit der Frage, welchen Beitrag die Kirche leisten kann.
Präsidiumsvorsitzender der Stadtsynode, Prof. Gernot Goll, dankte den Jugendlichen vom Jugendkirchentheater für ihren Film zum Thema Einsamkeit.
Einsamkeit kannjeden und jede treffen–sowohl ältere als auch jüngere Menschen.Und die Zahl der Betroffenenistin den vergangenenfünfJahrzehntenstark gestiegen.Neben den über 80-Jährigensindauch Menschen im Alter von Ende 20 und Mitte50 jenach Lebenslage stärkervon Einsamkeit betroffen, wie Studien nahelegen.
Grund genug, dass sich nun auch die Stadtsynode mit dem Thema “Einsamkeit als gesellschaftliche Herausforderung”auf ihrer Herbsttagungam 15. November 2024beschäftigt hat. “Auf eigenen Wunsch”, wie Präsidiumsvorsitzender Prof. Gernot Goll einleitendfeststellte.
Dr. Urte Bejick, Abteilung Seelsorge im Evangelischen Oberkirchenrat, hielt einen Impulsvortrag zum Thema Einsamkeit
Die Referentin des Abends, Dr. UrteBejickvon der Abteilung Seelsorge im Evangelischen Oberkirchenrat, führte den 60 Synodalen aus den 22 Gemeinden, Diensten undWerkendie unterschiedlichen Facetten von Einsamkeit vor Augen.Dass sich Menschen auch in Gemeinschaft einsam fühlen können, zeige,so die Referentin,dass die Qualität der Beziehung entscheidendsei.Das mache es auch schwieriger, einsame Menschen zu erkennen.Einsamkeit bleibe ein “subjektives Empfinden”.Menschensuchten eine Möglichkeit zur Mitgestaltung und Teilhabe – auch in der Kirche. Und die Referentin fragte: “Wie stärken wir Menschen psychologisch und spirituell auf ihrem Weg”?
Anschließendtauschten sichdieSynodalenin Kleingruppenüberverschiedene Facettenvon Einsamkeit aus, wie z.B. Einsamkeit bei älteren Menschen, Einsamkeit bei JugendlichensowieEinsamkeit bei Migrantinnen und Migrantenoder auch queeren Menschen.Moderiert wurden die Kleingruppen von Fachreferentinnen aus dem Diakonischen Werk, der Evangelischen Erwachsenenbildung, derEhe-, Familien- und Partnerschaftsberatungsstelle u.v.a.
Ermutigend war das PlädoyervonJonas, Charlotte, Barbara, Chiara und Jonas, die zusammen dasJugendkirchentheaterder Gemeinde an der Christuskirchebilden.MiteinerFilmaufnahmeihresselbstgeschriebenenBühnenstücks “Gemeinsam - Einsam”ausdiesem Sommerstimmten siedie Synodalen auf das Themaein.Anschließend traten die fünf Jugendlichen imAlterzwischen12und17 Jahrenans Rednerpult und zeigten sichdavonüberzeugt, dass gerade die Kirchemit ihremGemeinschaftsbildenden Charakter und den Angeboten für Gruppenviel machen könne, um der Einsamkeit von Menschenentgegenzuwirken.
Im zweiten Teil der Tagung wurdender Stadtsynode die Jahresabschlüsse 2023 für das Diakonische Werk Karlsruhe sowie der Evangelischen Kirche in Karlsruhe inklusive Gemeinden, Werken und Diensten, Kindertageseinrichtungen und des Bezirks vorgelegt.
So konnte das DiakonischeWerkKarlsruhefür dasJahr 2023 einenÜberschuss von444.539 Euroerwirtschaften, dergrößtenteils aufdie sehr gut laufendenVerkäufeindenSecond-Hand-Lädenzurückgeht, wie Diakonie-GeschäftsführerPatrickHensel erläuterte.Der Jahresüberschuss wird der gesetzlich vorgeschriebenen Haushaltsicherungsrücklagesowie derSubstanzerhaltungsrücklage zugeführt.Der Stadtkirchenbezirkhat im Rechnungsjahr 2023 einen Überschuss von308.664 Euro erwirtschaftet,der ebenfalls den Rücklagen zugeführt wird. Die Zahlen stellteHeikeMühlfeitvon der Finanz und Buchhaltung der Evangelischen Kirchenverwaltung Karlsruhevor.
Dekan Dr. ThomasSchallainformierte die Synodalenzudemüber die im nächsten Jahr beginnendeInitiative “Kirche 2030 - regional. zusammen.wachsen",die die Pfarrgemeindenin denneu gebildeten Kooperationsräumenunterstützenmöchte, weitere Schritte aufeinander zuzugehen. Die Gemeinden werden darüberauch noch in einem gesonderten Anschreiben informiert.