Erster ökumenischer Jahresempfang der Seniorenheimseelsorge
- 10.01.2025 -
Rund 40 Ehrenamtliche engagieren sich in der ökumenisch getragenen Seniorenheimseelsorge in den Karlsruher Alten- und Pflegeheimen. Ein Dienst, der wichtig bleibt, auch wenn er eher abseits des Gemeindelebens stattfindet. Der erste gemeinsam veranstaltete Jahresempfang bot die Gelegenheit, sich besser kennenzulernen. Erstmals war auch der neue katholische Dekan, Markus Miles, dabei.
v.l. Siegried Weber, stellv. Dekan (evang.), Elke Litterst, Monika Roth, Kirchenrätin Sabine Kast-Streib, Markus Miles, Dekan (kath.)
Und was, wenn es gut wird? Diese Frage bezog der designierte Leiter der neuen Pfarrei St. Stephan, der katholische Dekan Markus Miles, nicht nur auf das gerade begonnene Jahr, sondern auch auf die “sinnstiftende” Arbeit der Seniorenheimseelsorge: In einer alternden Gesellschaft, so Miles, “leisten Sie einen Beitrag dafür, dass gut sein kann, was von außen gesehen nicht mehr so richtig gut wird.” Und Pfarrer Siegfried Weber, der stellvertretende evangelische Dekan, wünschte allen ein “gesegnetes neues Jahr”, weil der Segen Gottes etwas Stärkendes hat: Gott geht mit.
Bereits seit mehreren Jahren wird in Karlsruhe die Seniorenheimseelsorge ökumenisch getragen. Zwischen 30 und 40 Haupt- und Ehrenamtliche beider Konfessionen gestalten in 39 Alten- und Pflegeheimen in Karlsruhe regelmäßig Gottesdienste und Andachten, sie besuchen die Senioren, haben ein offenes Ohr für ihre Anliegen und bieten Seelsorge an.
Ein Dienst, der wichtig bleibt, auch wenn er eher abseits des Gemeindelebens stattfindet. Es sind oft die treuen Gemeindeglieder, die mit ihrer Kirche und dem Glauben verbunden bleiben, aber nicht mehr wie gewohnt in den Gottesdienst kommen können. Umso wichtiger ist das Engagement der Seniorenheimseelsorge, unterstrich Kirchenrätin Sabine Kast-Streib, Direktorin des Zentrums für Seelsorge (ZfS) und Leiterin der Abteilung Seelsorge im Evangelischen Oberkirchenrat in ihrem Impulsvortrag.
Pointiert formulierte sie: “Wenn Kirche die Alten vergisst, vergisst sie auch ihren Auftrag”. Und sie betonte mit Blick auf die anwesenden Vertreter aus den beiden Dekanaten: “Seniorenseelsorge braucht gute Strukturen”. Zudem gehörten die Fragilität, Verwundbarkeit und Endlichkeit des Lebens, die sich insbesondere im Alter zeigten, zum Menschsein dazu.
Die Fachstelle Leben im Alter der Evangelische Kirche in Karlsruhe bezeichnete Kirchenrätin Kast-Streib als “vorbildlich und in der Evangelischen Landeskirche ziemlich einmalig”. Diakonin Monika Roth ist hier für die Seelsorge und die geistliche Begleitung in Altenheimen verantwortlich. Die Koordination der Seniorenheimseelsorge liegt auf katholischer Seite bei Pastoralreferentin Elke Litterst von der Seelsorgeeinheit Karlsruhe Allerheiligen. Zudem gibt es ein Kompetenzteam, das im Zuge der Neubildung der Pfarrei St. Stephan ab 2026 dabei ist, die Angebote in der Seniorenheimseelsorge zu sichten und zu prüfen, wo es zukünftig Unterstützung braucht.