Eintreten für Menschenwürde, Nächstenliebe und Zusammenhalt
- 11.02.2025 -
Am 23. Februar 2025 ist Bundestagswahl. Eine breite ökumenische Initiative macht dazu die Stimme der Kirchen nach außen hör- und sichtbar. Mit Bannern und auf Plakaten wirbt sie für Menschenwürde, Nächstenliebe und Zusammenhalt. Die Evangelische Kirche in Karlsruhe beteiligt sich daran - und ruft am kommenden Sonntag (16.2.) um 18 Uhr zum Glockenläuten mit Gebet auf.
Diese Aktion der evangelischen und katholischen Kirchen (www.fuer-alle.info) wirbt dafür, auch an der Wahlurne Herz und Verstand zusammenzubringen, um gute Antworten auf komplexe Fragen finden zu können. Die Evangelische Kirche in Karlsruhe beteiligt sich an dieser Aktion mit Bannern an ihren Kirchengebäuden.
Dekan Dr. Thomas Schalla: "Kirchen bleiben der Menschenwürde verpflichtet"
Die evangelischen Gemeinden sind darüber hinaus aufgerufen, am Sonntag, dem 16. Februar, zu einem Gebet für die Bundestagswahl mit Glockenläuten um 18 Uhr einzuladen. Am Glockenläuten genau eine Woche, bevor die Wahllokale schließen, beteiligen sich gleich mehrere evangelische Kirchenbezirke, darunter Karlsruhe-Land sowie Bretten-Bruchsal und der Badische Enzkreis.
“Das gemeinsame Gebet ist ein öffentliches Signal dafür, dass Christ*innen die Orientierung am Gemeinwohl stärken wollen. Wir erleben in der politischen Auseinandersetzung zunehmend Polarisierungen, die zum Teil die Mitbewerber*innen wie Feinde behandeln. Kirchen bleiben dagegen der Menschenwürde verpflichtet, die wir in der Ebenbildlichkeit des Menschen biblisch verankert sehen”, erklärt dazu der Karlsruher Stadtdekan Dr. Thomas Schalla.
“In unseren Kirchen und Gemeinden leben wir schon immer mit Unterschieden und suchen das Verbindende. Wir setzen uns mit dem Gebetsaufruf dafür ein, dass auch in den gesellschaftlichen Auseinandersetzungen der Respekt vor dem anderen gewahrt bleibt und Brücken zwischen unterschiedlichen Überzeugungen gebaut werden”, so Thomas Schalla weiter. Gleichzeitig zeigen die Kirchen damit, dass Menschenwürde und Menschenrechte für sie nicht verhandelbar seien.
Die großflächigen Banner zur Bundestagswahl sind in den verschiedenen Stadtteilen der Fächerstadt zu sehen. So z.B. an der Lutherkirche, die an der vielbefahrenen Durlacher Allee liegt, die die Karlsruher Innenstadt mit Durlach verbindet. „Als Kirche stehen wir für eine bunte und offene demokratische Gesellschaft. Wir möchten mit unserem Banner vor der Wahl populistischer Parteien warnen, die einfache Antworten auf komplexe Fragen geben und unsere Gesellschaft spalten“, erklärt Pfarrerin Tina Blomenkamp.
Worte und Ideen starken machen, die Menschen verbinden können
Mit einem Banner am Paul-Gerhardt-Gemeindehaus (ehemaliges Stephanienbad) im Karlsruher Stadtteil Beiertheim möchte die Südkreuzgemeinde ein deutliches Zeichen setzen, dass der christliche Glaube “dem Bösen keinen Raum geben will.” Stattdessen ist es der Gemeinde wichtig, “Worte und Ideen stark zu machen und in die Öffentlichkeit zu tragen, die Menschen miteinander verbinden können: Zusammenhalt, Menschenwürde und Nächstenliebe. Uns ist wichtig zu zeigen, dass alle, die am Wahltag ihr Kreuz machen, sich für Menschenwürde entscheiden können”, sagt Pfarrer Stephan van Rensen.
Für Pfarrer Siegfried Weber bezeichnen Menschenwürde, Nächstenliebe und Zusammenhalt "zentrale christliche Werte, die auch zutiefst politische Auswirkungen haben". Wichtig ist dem Knielinger Seelsorger dabei, dass diese Werte nicht parteipolitisch missbraucht werden, sondern als Grundhaltung alle politischen Entscheidungen mitbestimmen. "Dabei wird immer wieder darum zu ringen sein, wie diese Werte tatsächlich gelebt und in konkrete Politik umzusetzen sind.“ Die Banner hängen in Knielingen am Bürger- und Gemeindezentrum und an der Kirche.
Und natürlich darf ein Banner auf dem Marktplatz nicht fehlen. Entsprechend schnell hat sich die Alt- und Mittelstadtgemeinde mit ihrer zentral gelegenen Stadtkirche an der Aktion beteiligt. Dazu Pfarrerin Claudia Rauch: “Als Kirche am Marktplatz sind wir ‘mitten im Geschehen’, was Demos und Kundgebungen angeht. Vieles findet direkt vor unserer Kirchentür statt. Da war klar, dass wir hier ein Zeichen setzen und Stellung beziehen wollen für Nächstenliebe, Menschenwürde und Zusammenhalt”.