Nachdem der Stadtkirchenrat für die Weiternutzung der Karl-Friedrich-Gedächtniskirche in Karlsruhe-Mühlburg grünes Licht gegeben hat, steht nun die Sanierung der zweitältesten Kirche in Karlsruhe an. Die kleine, gelbe Kirche, wie sie im Quartier auch genannt wird, ist sichtlich in die Jahre gekommen und ein Instansthaltungrückstau aufzuholen.
Sanierung der Karl-Friedrich-Gedächtniskirche soll Anfang 2026 starten
Vom Glockenturm bis zur Elektrik, von der Orgel, der Fassade bis zu den Fenstern ist eine Sanierung notwendig. Doch auch für die aktuellen und künftigen Anforderungen soll die kleine gelbe Kirche ertüchtigt werden. Der Kirchraum soll multifunktional nutzbar werden. Dafür werden im Gottesdienstraum Glaswände eingezogen, so dass ein weiterer Raum für Kindergottesdienst, Taize-Andachten und andere Veranstaltungen entsteht. Kirchenbänke im Altarbereich sollen einer flexiblen Lösung mit Stühlen weichen, um flexibler auf die Anforderungen an unterschiedlichen Veranstaltungen reagieren zu können.
Für die Sanierung der historischen Kirche in Karlsruhe sind zwischen fünf bis sechs Millionen Euro veranschlagt. Davon muss die Karl-Friedrich-Gemeinde einen Eigenanteil von zehn Prozent leisten, also bis zu 600.000 Euro, die sie aus Spenden und eigenen Mitteln aufbringen will. Fundraising-Aktivitäten sollen verstärkt werden.
Nach den Plänen werden die Innenraumarbeiten zu Ostern 2026 beginnen, das Sanierungsprojet im Februar 2026 starten. Geplant ist, Ende 2027 mit der Sanierung fertig zu sein.
Die historische Kirche am Lindenplatz in Mühlburg ist eines von 24 kirchlichen Gebäuden, das auch künftig aus dem kirchlichen Haushalt finanziert wird und damit als kirchliche Orte in Karlsruhe genutzt werden sollen. Das hatte der Stadtkirchenrat im Dezember 2023 beschlossen. Der Ampelentscheidung zu den grünen, gelben und roten Gebäuden ist ein mehrjähriger Beratungsprozess vorangegangen. Hintergrund sind die notwendigen Einsparungen am Gebäudebestand. Mehr Informationen dazu finden Sie hier.
Zur Geschichte
2019 konnten wurde das 300-jährige Jubiläum der Karl-Friedrich-Gedächtniskirche feiern. Bis dahin hatte die kleine gelbe Kirche schon eine bewegte Geschichte hinter sich. Zunächst war sie 1719 ein winziges Kirchenhaus mit einem Türmchen und zugleich Kirche, Schul- und Rathaus. 1786 ließ der Markgraf von Baden Karl-Friedrich auf Bitten seines Bruders eine evangelische Kirche in Mühlburg bauen. Die evangelische Kirche wurde 1903 erweitert und heißt seither Karl-Friedrich-Gedächtniskirche. Im zweiten Weltkrieg wurde sie bis auf den Turm komplett zerstört und von 1951 bis 1955 wiederaufgebaut.










