Am 1. Advent 2025, 30. November, sind Kirchenwahlen. Dann werden in den 22 Pfarrgemeinde der Evangelischen Kirche in Karlsruhe sowie in den evangelischen Gemeinden in ganz Baden die neuen Kirchenältesten gewählt. Doch was motiviert Menschen, sich (wieder) für dieses Ehrenamt aufstellen zu lassen? Zwei Kandidaten berichten.
Kirchenwahlen: Gib deiner Kirche eine Stimme

Kirchenälteste bilden mit dem jeweiligen Pfarrer oder Pfarrerin ihrer Gemeinde den Ältestenkreis und damit den Leitungskreis ihrer Gemeinde. Hier werden die Themen, die die Gemeinde bewegt, angestoßen und auf den Weg gebracht. Die Aufgaben umfassen eine Vielzahl von Themen wie Kinder- und Jugendarbeit, Diakonie und Seelsorge sowie kulturelle Angebote. Auch um Kooperationen, Finanzen und Gebäude kümmert sich der Ältestenkreis.
Kirchenälteste spielen somit eine entscheidende Rolle bei der Förderung des Gemeindelebens. Sie organisieren Aktivitäten, schaffen Begegnungsräume und sorgen dafür, dass sich alle Gemeindemitglieder willkommen und einbezogen fühlen.
Dabei kann die Bezeichnung “Älteste” etwas in die Irre führen, denn “alt” müssen die Bewerberinnen und Bewerber für diese Ehrenamt nicht sein. Denn wählbar ist jedes wahlberechtigte Gemeindemitglied bereits ab 16 Jahren. Wichtig ist vor allem eins: dass Sie Lust haben, verantwortlich in der Gemeinde mitzuarbeiten.
Kirchenälteste sein: Gemeinde verantwortlich mitgestalten
So wie Hannah Lutz. Die 27-jährige Verwaltungsangestellte und gelernte Grundschullehrerin ist vor ein paar Jahren zum Studium von Esslingen nach Karlsruhe gezogen und hat nun ihren Platz in der Evangelischen Südkreuzgemeinde gefunden. Nachdem sie den Aufruf im Gemeindebrief gelesen hat, dass Bewerber für die Kirchenwahl gesucht werden, hat sie sich nun aufstellen lassen. Endlich – denn eigentlich hat Hannah Lutz schon bei den letzten beiden Wahlen darüber nachgedacht. Denn seit ihrer Konfirmation ist es ihr wichtig, sich kirchlich in ihrer Gemeinde zu engagieren. In der Südkreuzgemeinde fühlt sie sich “angekommen” und “verwurzelt”, bereit für den nächsten Schritt.
Was inhaltlich auf die Kandidatinnen und Kandidaten für dieses Leitungsamt zukommt, wird von jeder Gemeinde und jedem Ältestenkreis etwas anders gefüllt. Natürlich sind da die monatlichen Treffen und Sitzungen, in denen die Themen der Gemeinde besprochen werden. Und auch die Präsenz und die Beteiligung im Gottesdienst ist Merkmal eines Kirchenältesten. Dieser Aspekt ist auch für Dagmar Hock sehr wichtig. Sie ist – anders als Hannah Lutz – schon gefühlt “immer” Kirchenälteste. Und wie viele andere, die sich wieder bereit erklären, im Ältestenkreis weiterzumachen, lässt sich Dagmar Hock auch dieses Mal wieder aufstellen. Dabei sind die Vorzeichen zumindest bei ihr andere als noch beim letzten Mal vor sechs Jahren. Denn in der Karlsruher Innenstadt bahnt sich zum Jahreswechsel eine Fusion von drei Innenstadtgemeinden an: Darunter ist auch die Alt- und Mittelstadtgemeinde, in dessen Ältestenkreis sich Dagmar Hock seit 1987 engagiert. Unter diesen Vorzeichen hat sich Dagmar Hock dieses Mal ganz bewusst die Frage gestellt, ob sie erneut kandidieren möchte.
Dagmar Hock: "Ich darf und kann mitentscheiden und mitgestalten"
Dieses Mal, sagt sie, war es ein längerer Überlegungsprozess, da ihre Kandidatur ja in einer ganz neuen, großen fusionierten Gemeinde sein wird und sie nicht “der alte Hase in gewohnter Umgebung” sein werde. “Mir bedeutet jedoch das Amt als Kirchenälteste doch recht viel, da es so unterschiedliche Aufgaben in sich vereint. Man trägt mit anderen gemeinsam die Verantwortung für eine Gemeinde, was ich sehr spannend finde. Und Ich darf und kann mitentscheiden und mitgestalten”.
Was sie mit diesem Amt auch sehr verbindet – und hier schließt sich wieder der Kreis zu Hannah Lutz – ist die geistliche Seite des Amtes, die beiden sehr wichtig ist. “Die Möglichkeit, im Gottesdienst aktiv mitzuwirken bei Lesung, Abkündigung, Gebet oder Abendmahl, aber auch beim Begrüßen und Gesangbuch austeilen und dem verantwortlichen Umgang beim Zählen und Eintragen des Opfergeldes: Dieses Mitwirken und diese konkreten Handlungen rund um den Gottesdienst finde ich schon was ganz Besonderes am Ältestenamt.”
Bei den Kirchenwahlen am 30. November entscheiden die Mitglieder, wer ihre Gemeinde in den kommenden sechs Jahren leiten soll. Bitte gehen Sie am 1. Advent wählen. Sie zeigen auf diese Weise, dass Ihnen die Zukunft Ihrer Gemeinde am Herzen liegt und dass Sie den Kirchenältesten ihre wichtige Aufgabe zutrauen. Sie stärken ihnen den Rücken und ermutigen sie für ihr kommendes Amt.
Statt einer allgemeinen Briefwahl – wie zuletzt 2019 - wird es in diesem Jahr eine Wahl in einer Wahlversammlung am 30. November 2025 in der Gemeinde vor Ort geben. Die entsprechende Uhrzeit entnehmen Sie bitte den Angaben im jeweiligen Gemeindebrief oder auf der Gemeinde-Homepage. Wer am 30. November nicht an der Wahlversammlung teilnehmen kann, kann vorab im Gemeindepfarramt Briefwahlunterlagen anfordern und ausfüllen.









