Angespannte Haushaltslage war Thema auf der Stadtsynode

- 18.11.2025 - 

Die angespannte Haushaltslage war eines der Themen, mit denen sich die Stadtsynode am Freitag, 14. November, im Albert-Schweitzer-Saal beschäftigt hat. Neben den Eckdaten zum künftigen Doppelhaushalt 2026/2027 ging es auch um Umwelt-Themen innerhalb der kirchlichen Arbeit. 

Kirchenverwaltungsdirektor Karl-Heinz Honeck vor der Stadtsynode am 14. November 2025
Mit der Vorstellung der neuen landeskirchlichen Kampagne unter dem Motto: “Hoffnungsvoll” begann die dritte und letzte Synodentagung der Evangelischen Kirche in Karlsruhe am Freitag, 14. November 2025. Die Kampagne lädt ab dem nächsten Jahr Gemeindemitglieder ein, Hoffnung sichtbar zu machen und miteinander zu teilen. Dazu wurden verschiedene Materialien und Ideen vorgestellt (print und online). Schließlich sei “die Hoffnung die ureigenste Aufgabe von Kirche” und “eine Antwort auf multiple Krisen” unserer Zeit, so Dr. André Kendel und Ulli Naefken von der landeskirchlichen Abteilung für Kommunikation und Fundraising. 
 
Erfreulich waren auch die Zahlen für das Haushaltsjahr 2024. Wie in den Vorjahren kann auch für das zurückliegende Jahr ein ausgeglichener Haushalt vorgelegt werden. Dieser gute Jahresabschluss ist erzielt worden, weil “Planungsansätze eingehalten” wurden und “sehr sparsam gewirtschaftet” wurde, sagte Karl-Heinz Honeck, Direktor der Evangelischen Kirchenverwaltung.  
 
Defizit im Doppelhaushalt 2026/2027 unausweichlich 
 
Sehr leise wurde es hingegen bei den 56 Synodalen im großen Albert-Schweitzer-Saal, als Karl-Heinz Honeck in die Planungen für den Doppelhaushalt 2026/2027 einführte. Nach den ersten Berechnungen weise der künftige Doppelhaushalt eine Finanzierungslücke in Höhe von 2,6 Millionen Euro auf. Um diesem Defizit entgegenzusteuern, hat die Kirchenverwaltung in den vergangenen Wochen dem Synodalen Finanzausschuss und dem Stadtkirchenrat Sparvorschläge unterbreitet, die den gesamten Haushalt in den Blick nehmen. Diese Einsparpläne waren auch Gegenstand eines gemeinsamen Workshops von Finanzausschuss und Vertretern des Stadtkirchenrats im Vorfeld der Synode. Nach den Beratungen der Gremien wird die Stadtsynode auf ihrer Tagung am 23. Januar 2026 den Haushalt für 2026/2027 verabschieden. Je nachdem, wie sich die Synode zu den Sparvorschlägen verhält, entsteht ein Defizit von 450.000 bis 1,5 Millionen Euro, das den Rücklagen entnommen werden müsste. 
 
Für Verwaltungsdirektor Honeck ist dieses Planungsergebnis ein "Alarmsignal”. Man müsse jetzt “dringend handeln”, sonst verschärfe sich das Defizit in den nächsten Jahren dramatisch. Deshalb werde der Kirchenbezirk ab dem nächsten Jahr beginnen, eine Priorisierungsdebatte zu führen: Was will und kann sich die Evangelische Kirche in Karlsruhe noch leisten? Wovon muss sie sich verabschieden? Dafür werde der Stadtkirchenrat eine Arbeitsgruppe einsetzen, um eine Diskussionsgrundlage dafür zu erarbeiten. Anknüpfend an die Kampagne sagte Pfarrer Johannes Kurz, Vorsitzender des Finanzausschusses auf der Stadtsynode, ermutigend: „Als Kirche auf dem Weg können wir hoffnungsvoll auch durch schwierige Zeiten gehen”.     
 
Künftige Stadtsynode mit neuer Stimmenverteilung  
 
Die Stadtsynode hat auch eine neue Zusammensetzung der Delegierten aus dem Stadtkirchenbezirk beschlossen. Mit der neuen Verteilung der Stimmen geht auch ein Paradigmenwechsel einher. Mit der Neukonstituierung der Stadtsynode im nächsten Jahr werde die Breite der kirchlichen Arbeit auch in der Zusammensetzung der Stadtsynode noch stärker abgebildet und die Synodalen Dienste und Werke stärker mit Stimmrecht ausgestattet. Das Verhältnis von Gemeinde zu Bezirk ist jetzt 3:1 (statt zuvor 4:1). Die Regioräte, die neuen Leitungsorgane in den fünf Kooperationsräumen, sind nun die Gremien, in denen entschieden wird, wer künftig von den Ehrenamtlichen in die Stadtsynode gewählt werden soll. Die Hauptamtlichen entscheiden das innerhalb ihrer regionalen Dienstgruppe. 
 
Zudem wurde die Geschäftsordnung des Stadtkirchenbezirks aktualisiert. Hier wurden ebenfalls die Regioräte in ihrer zentralen Funktion als Leitungsorgane im Kooperationsraum aufgenommen. Trotz der zahlreichen Punkte, die zur Abstimmung gebracht wurden, ist die Synode konzentriert und zielorientiert geblieben, was der souveränen Sitzungsleitung des Vorsitzenden der Stadtsynode, Prof. Gernot Goll, zu verdanken ist. 
 
Die AG Umwelt lud in der zweiten Hälfte des Abends ein, verschiedene Umwelt-Aktivitäten aus Gemeinden, Bezirk und Landeskirche kennenzulernen. Vom Grünen Gockel, dem gemeindlichen Umweltmanagementsystem, über die landeskirchliche Einkaufsplattform „Wir-kaufen-anders.de“, eine Fahrrad-Reparatur-Werkstatt bis zur Sommer-Aktion “Coole Kirche” gab es mehrere Stationen, an denen sich die Synodalen informieren und austauschen konnten. Sophie Schneider, eine ehemalige Durlacher Abiturientin, hat ihre Jugendstudie zur Klimakrise mit dem Thema „Christliche Hoffnung und globale Herausforderung“ vorgestellt. Sie hat mit dieser Studie innerhalb des Wettbewerbs „Christentum und Kultur“ der vier großen Kirchen Baden-Württembergs in diesem Jahr den zweiten Preis erhalten.