Bundesweite Spendenaktion Brot für die Welt in Karlsruhe eröffnet

- 01.12.2025 - 

Mit einem Festgottesdienst in Karlsruhe startete am 1. Advent die bundesweite Spendenaktion von Brot für die Welt. Unter dem Motto „Kraft zum Leben schöpfen“ rückt die 67. Aktion die Themen Wasser, Ernährungssicherung und Klimagerechtigkeit in den Mittelpunkt. Der Gottesdienst in der voll besetzten Stadtkirche Durlach wurde live in der ARD/Das Erste übertragen und ist hier abrufbar.

Geleitet haben den Gottesdienst Pfarrerin Dagmar Pruin, Präsidentin von Brot für die Welt, und Heike Springhart, Landesbischöfin der Evangelischen Landeskirche in Baden. Musikalisch gestaltet wurde die Eröffnung von Carmen Buchert (Sopran), Johannes Hustedt (Flöte), der Durlacher Kantorei und der Durlacher Singschule. Sängerinnen und Sänger der Durlacher Singschule beteiligten sich u.a. auch an der Evangeliumslesung in verteilten Rollen. 
 
Über zwei Milliarden Menschen fehlt der Zugang zu sauberem Trinkwasser
 
Leitmotiv des Gottesdienstes war ein Vers aus dem Buch Amos: „Es ströme aber das Recht wie Wasser und die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach“. Pfarrerin Dagmar Pruin, Präsidentin von Brot für die Welt, stellte die Frage von Gerechtigkeit ins Zentrum ihrer Predigt. Sie knüpft damit an aktuelle Debatten zu wachsender sozialer Ungleichheit und die Notwendigkeit, gerechte Rahmenbedingungen zu schaffen an. Sie beschrieb, wie der Prophet Amos Gerechtigkeit als die göttliche Ordnung zeichnet. „Diese göttliche Ordnung füllen Menschen mit Leben, füllen sie mit Handeln. Erst dadurch wird die Gerechtigkeit wirksam – sie ist ein Beziehungsgeschehen,“ sagte Pruin im Gottesdienst. Mit Blick auf die Themen Wasser und Klimagerechtigkeit bleibt diese Gerechtigkeit heute für viele Menschen unerfüllt. Über zwei Milliarden Menschen fehlt der Zugang zu sauberem Trinkwasser, obwohl dieser Zugang als grundlegendes Menschenrecht anerkannt ist. Und die Folgen des Klimawandels sind ungerecht verteilt – diejenigen die ihn nicht verursacht haben, leiden am meisten darunter. 
 
Reverend James Bhagwan, Generalsekretär der Pazifischen Konferenz der Kirchen, schilderte aus eigenem Erleben, dass für die Pazifikgemeinden Wasser längst eine existenzielle Bedrohung sei – durch den steigenden Meeresspiegel, Umweltzerstörung und verschmutzte Flüsse. Advent, so Bhagwan, widerlege die Annahme der Ohnmacht: Jede Entscheidung zu Energie, Konsum, Haushalt oder Politik fördert oder verhindert Gerechtigkeit. „Erlasst Schulden, die den Aufbau notwendiger Infrastruktur zunichtemachen! Stoppt Investitionen, die Wälder, Flüsse und Korallenriffe zerstören, schützt Frauen und Kinder vor Gewalt, die mit Entwurzelung und Vertreibung einhergeht“, forderte Bhagwan. 
 
Sich von der Liebe Gottes in Bewegung setzen lassen
 
Landesbischöfin Heike Springhart beschrieb eindrücklich, wie sehr sie im Heiligen Land, in der Ukraine, im Sudan oder im Alltag vieler Menschen die vertrockneten Hoffnungen unserer Zeit sieht. Advent sei jedoch eine Zeit des gemeinsamen Hoffens und Handelns: Gottes Gerechtigkeit hole die Ränder in die Mitte und erreiche diejenigen, deren Leben von Angst, Armut und Perspektivlosigkeit geprägt ist. „Gehen wir in diesen Advent, gestärkt vom lebendigen Wasser. Als Menschen, die den Strömen der Gerechtigkeit Raum schaffen. Als Menschen, die sich von Gottes Liebe in Bewegung bringen lassen. Als Menschen, in denen schon heute etwas vom kommenden Frieden aufleuchtet.“ 
 
Projekte zusammen mit Partnerorganisationen in 80 Ländern
 
Mit Partnerorganisationen in mehr als 80 Ländern arbeitet Brot für die Welt jeden Tag daran, Menschen Hoffnung zu geben und ihre Widerstandskraft zu stärken – und gemeinsam an einer mutigen und positiven Zukunftsvision zu schreiben. „Die Gemeinschaften vor Ort haben Lösungen, die manchmal nachhaltiger sind als unsere Ideen von Entwicklung. Diese Handlungs- und Widerstandsfähigkeit sollten wir wertschätzen“, sagt Vani D. Catanasiga, Geschäftsführerin des Fiji Council of Social Services (FCOSS), einer Partnerorganisation von Brot für die Welt. Der Fidschianische Rat für soziale Dienste unterstützt derzeit eine Dorfgemeinschaft bei der Umsiedlung auf höher gelegenes Land, um den Folgen des steigenden Meeresspiegels zu begegnen. 
 
Die Kollekten an Heiligabend sind in den evangelischen Kirchengemeinden traditionell für Brot für die Welt bestimmt.  
 
Spendenkonto Brot für die Welt: 
IBAN: DE10 1006 1006 0500 5005 00 
BIC: GENODED1KDB 
www.brot-fuer-die-welt.de/weihnachtsspende