Fabienne Stein ist seit dem 1. März die neue Leitung der ökumenischen Telefonseelsorge. Sie folgt auf Sibylle Hatzelmann-Bayer, die nach 31 Jahren als Leiterin in der Telefonseelsorge im Oktober 2025 in den Ruhestand gegangen ist. Gemeinsam mit Pfarrer Alexander Herzfeld führt sie nun die ökumenische Telefonseelsorge Karlsruhe.
Fabienne Stein als Leiterin der Telefonseelsorge eingeführt
- 30.03.2026 -
Im Gottesdienst am 20. März in der Petrus-Jakobus-Kirche in der Nordweststadt wurde die 46-Jährige von den beiden Dekanenstellvertreter, Pfarrer Siegfried Weber (evangelisch) und Pfarrer Erhard Bechtold (katholisch), eingeführt. Mit ihrem Stellenantritt in der Telefonseelsorge hat Fabienne Stein bewusst einen neuen beruflichen Fokus gesucht und gefunden. Nach ihrem Studium der Heilpädagogik arbeitete Fabienne Stein 15 Jahre als Fachberaterin im Integrationsdienst im Bereich Arbeitsvermittlung und Berufsbegleitung in Karlsruhe sowie für Hörbehinderte in Düsseldorf. Zuletzt erstellte und koordinierte Fabienne Stein für die Integrationsdienste in Baden-Württemberg und sechs weitere Bundesländer ein Klienten-Dokumentationssystem. Von 2012 bis 20216 hat sich Fabienne Stein zudem als Systemische Beraterin weiterbilden lassen.
Die Telefonseelsorge ist rund um die Uhr besetzt, an 365 Tage im Jahr
Zur Leitung der Dienststelle gehört u.a. die Qualifizierung der Ehrenamtlichen und die Erstellung der Dienstpläne. Schließlich ist die Telefonseelsorge rund um die Uhr besetzt, 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr. Für die anspruchsvolle Arbeit in der Telefonseelsorge erhalten die rund 85 Ehrenamtlichen eine einjährige Ausbildung mit insgesamt 160 Stunden, darüber hinaus gibt es Weiterbildungsangebote sowie Supervision.
Doch auch die weitere Finanzierung der Arbeit gilt es in Zeiten geringer werdender kirchlicher Einnahmen zu gewährleisten. Zwar werden die evangelische und katholischen Kirche die Telefonseelsorge weiterhin fördern, doch auch hier wird die Zuweisung zurückgehen. Weitere Finanzierungsquellen müssten hier erschlossen werden, so Alexander Herzfeld.
11.000 Anrufe verzeichnete die Telefonseelsorge allein im Jahr 2024
Die Telefonseelsorge bleibt weiterhin eine wichtige Kontaktstelle für Menschen in der Krise. Im Jahr 2024 verzeichnetet die Telefonseelsorge Karlsruhe 11.000 Anrufe. Die Schwerpunktthemen sind Einsamkeit, psychische Erkrankungen und Konflikte in der Familie. Auch Jugendliche sind stark vom Thema Einsamkeit betroffen. Die Telefonseelsorge bietet seit einigen Jahren auch die Chatseelsorge in Karlsruhe an. Gerade Jugendliche ab 16 Jahren chatten lieber, als dass sie anrufen.
Niederschwelliges Angebot für Menschen in der Krise
Die Notwendigkeit der Telefonseelsorge betonte auch Cordula Sailer, Leiterin des Fachbereichs Beratung und Prävention der Stadt Karlsruhe: „Die Telefonseelsorge ist ein wichtiges, niederschwelliges Angebot für Menschen in Not. Wir brauchen sie dringend, gerade jetzt, wo Menschen hoch belastet sind“, sagte sie in ihrem Grußwort in der Petrus-Jakobus-Kirche. Pfarrer Christoph Lang, landeskirchlicher Beauftragter für Psychologische Beratung und Leiter der Karlsruher Beratungsstelle „die brücke“, überbrachte Grüße von der „brücke“ sowie im Namen vom Arbeitskreis Leben e.V. (AKL)










