Nach dem Wahl-Marathon beginnt die synodale Arbeit
- 20.04.2026 -
Am Anfang jeder Amtszeit stehen die Wahlen: Vom Präsidium der Stadtsynode über die synodalen Ausschüsse bis hin zu Bezirksbeauftragungen und Stadtkirchenrat haben sich Menschen aus den evangelischen Pfarrgemeinden und den bezirklichen Werken und Diensten wählen lassen, um ihre Kirche für die nächsten sechs Jahre zu gestalten.
Neu gewählt wurde auch das Präsidium der Stadtsynode: Dr. Mathias Weis, Dr. Christine Böhmig, Prof. Dr. Gernot Goll, Pfarrerin Martina Tomaides (v.l.)
Die Stadtsynode ist am Freitag, dem 17. April 2026, zu ihrer ersten Sitzung in der neuen Legislaturperiode zusammengekommen. Auf der Tagesordnung standen die Wahlen, um die synodalen Gremien und Ausschüsse zu besetzen. Zu Beginn der ersten Sitzung in der neuen Zusammensetzung der Stadtsynode stand der geistliche Zuspruch für die neu gewählten Synodalen und ihre zu leistende Arbeit in den kommenden sechs Jahren.
Synodale Ausschüsse haben sich personell neu aufgestellt
In das Präsidium der Stadtsynode wurden gewählt: Prof. Gernot Goll als Vorsitzender und als Stellvertretungen Dr. Christine Böhmig, Dr. Mathias Weis und Pfarrerin Martina Tomaides. Auch für die synodalen Ausschüsse Bau, Finanzen, Bildung und Diakonie fanden sich ausreichend Synodale. Den Vorsitz für den Bauausschuss hat Pfarrer Siegried Weber inne, für den Finanzausschuss Martin Schubart, für den Bildungsausschuss Schuldekan Thomas Schwarz sowie Dekan Dr. Thomas Schalla für den Diakonieausschuss und als Vorsitzende für den Aufsichtsrat des Diakonischen Werkes Karlsruhe wurde die Synodale Beatrix Wiess gewählt.
Lara Pflaumbaum wurde zur Bezirksdiakoniepfarrerin gewählt. Pflaumbaum, die zusammen mit einem großen Helferteam die Vesperkirche und das Café Dia am Werderplatz als ein kirchlich-soziales Angebot ganzjährig für Menschen am Rande der Gesellschaft auf die Beine stellt, möchte auch als Bezirkspfarrerin für die Menschen da sein und sozial-diakonische und kirchliche Einrichtungen in Karlsruhe und darüber hinaus vernetzen.
Stadtkirchenrat mit neuen Mitgliedern in seinen Reihen
In den Stadtkirchenrat, neben der Stadtsynode das leitende kirchliche Gremium, sind neben den Vorsitzenden der vier Ausschüsse zudem die Synodalen Annette Heidt, Dr. Christine Böhmig, Dr. Martin Lehmann, Judith Mac-Carty sowie Jutta Scheele-Schäfer gewählt. Ein Generationswechsel bahnt sich in der Dekanstellvertretung an: Pfarrer Siegfried Weber, der das Amt seit zwölf Jahren innehat, wird die Dekanstellvertretung an Pfarrerin Catharina Covolo abgeben, wenn sie im Mai 2027 aus ihrer Elternzeit zurückkommt. Die Synode hat diesem Vorgehen zugestimmt.
Volker Rink mit Applaus aus der Stadtsynode verabschiedet
Als Vertreterinnen und Vertreter des Stadtkirchenbezirks in die Landessynode wurden zudem Prof. Dr. Gernot Goll, Dekan Dr. Thomas Schalla und die Synodale Dagmar Hock gewählt. Außerdem hat sich die Stadtsynode für die Fortführung der Arbeit der AG Umwelt ausgesprochen. Constanze Scherz wurde damit beauftragt, die synodale Arbeitsgruppe zu konstituieren. Einen stehenden Applaus erhielt Volker Rink, der nach 24 Jahren als Synodaler verabschiedet wurde. Volker Rink war 18 Jahre lang Präsidiumsmitglied der Stadtsynode und Vorsitzender der AG Umwelt.
Die Stadtsynode hat in ihrer neuen Zusammensetzung insgesamt 91 stimmberechtigte Mitglieder. Neben den Vertreterinnen und Vertretern der Pfarrgemeinden in ihren Kooperationsräumen sind in der Stadtsynode auch die Werke und Dienste. Die Stadtsynode ist neben dem Stadtkirchenrat das leitende Gremium innerhalb der Evangelischen Kirche in Karlsruhe. Sie beschließt den Haushalt und entscheidet über inhaltliche Schwerpunktsetzungen der kirchlichen Arbeit.
Während der Auszählung innerhalb der jeweiligen Wahlgänge haben sich die Abteilungsleitungen der Kirchenverwaltung mit den Themen Personalverwaltung, Buchhaltung und Finanzen sowie Bau und Liegenschaften und das Controlling den Synodalen vorgestellt.
Prioritätendebatte, Gebäudeampel und davon reden, was man Gutes tut: Einstimmung auf die Arbeit der nächsten Jahre
Dekan Dr. Thomas Schalla nutzte ebenso während einer Auszählung die Gelegenheit, die Synodalen auf die Arbeit der nächsten Jahre einzustimmen. In Zeiten sinkender Kirchensteuermittel sei eine Priorisierung der kirchlichen Arbeit und eine Debatte darüber, welche Arbeitsfelder sich Kirche noch leisten möchte, nötig. Außerdem müssten neue Einnahmequellen erschlossen werden, um die Arbeit weiter zu finanzieren. Hier müsse man aktiver werden. Auch in die Gebäudeampel komme Bewegung, was zu neuen Bewertungen führen wird. Sinkende Einnahmen führten dazu, dass auch „gelb“ markierte Gebäude eher „rot“ werden. Mit Blick auf die vielfältige kirchliche Arbeit gelte es mehr denn je, auch davon zu reden, „was wir Gutes tun“, so der Dekan.
Die Stadtsynode tagt viermal im Jahr. Die Sitzungen sind öffentlich, Gäste sind herzlich willkommen. Die nächste Sitzung findet am Freitag, dem 12. Juni, im Albert-Schweitzer-Saal statt. Ein Thema steht bereits fest. Es geht um die Wahl eines Nachfolgers bzw. Nachfolgerin für den noch amtierenden Schuldekan Thomas Schwarz, der zum Ende dieses Jahres in den Ruhestand gehen wird.